Von Ried nach Schluderns – über den Reschenpass
Nach einer sehr erholsamen Nacht und einem super Frühstück im Hotel geht es heute über den zweiten Pass – den Reschenpass. Am Radkeller treffe ich die 3 Jungs wieder, die heute einen Teil der Strecke mit mir fahren wollen. Wir packen die Taschen an unsere Räder und los geht es weiter in Richtung Schweiz.
Kurz nach dem Start bleiben wir am Inn und fahren Richtung Schweiz. Hier muss man ein kleines Stück an der Straße entlang. Da aber der Hauptverkehr über die Reschenstraße läuft ist hier nur sehr wenig Verkehr und die ca 3 Kilometer sind kein Problem. Direkt der kurzen Straßen-Passage biegt der Radweg wieder Richtung Fluss ab und folgt dem Inn bis zur alten Zollstation Finstermünz.



Hier sollte man auf jeden Fall eine Pause einlegen um die Zollstation zu besichtigen. Es ist wirklich beindruckend, was zu der Zeit gebaut wurde und wie sich die Festung am Fels hängt. Ich habe die Pause gleich für ein paar Fotos und eine Rast genutzt. Außerdem hatte ich so etwas Zeit, die Tour auf dem Handy anzupassen.
Ein Schild direkt am Abzweig zur Zollstation wieß darauf hin, dass die Norbertshöhe über die Straße für Radfahrer gesperrt ist. Durch die Bauarbeiten an der Reschenstraße wird ein Teil des Verkehrs umgeleitet und somit dürfen Radfahrer nicht über die Schweiz und die Norbertshöhe in Richtung Nauders. Die Alternative geht über einen Waldweg direkt an der Zollstation in Richtung Reschen-Bundesstraße. Ich entscheide mich, diese Route zu nehmen. Meine 3 Begleiter trauen es sich mit den Gravel-Bikes aber nicht zu und wollen es über die Norbertshöhe versuchen… also trennen sich unsere Wege hier (vorerst) wieder.
Nach ein paar Metern stelle ich fest, dass ich nun auf der originalen Claudia Augusta bin. Der Waldweg entpuppt sich auch als relativ gut ausgebauter Weg – allerdings teilweise mit noch Orginalpflaster aus der Römerzeit. Mit dem eMTB kein Problem und ich komme schnell auf die Höhe und kann mir in Nauders noch einen Abstecher zur Norbersthöhe gönnen. Das Foto-Motiv und eine kleine Rast mit Blick in die Schweiz sind die zusätzlichen Höhenmeter wert.



In Gedanken bin ich bereits auf dem Reschenpass – allerdings zieht sich das noch ganz schön. Der Radweg verläuft hier an Skihängen (zum Glück im Frühjahr ohne Schnee) entlang und man kommt erst direkt am Reschenpass wieder in die Nähe der Straße. Hier überquere ich dann auch meine zweite Landesgrenze und bin nun in Italien. Noch ein paar Meter und ich bin am Reschensee.
In meiner Vorbereitung und den ganzen Tourenberichten habe ich fast nur die Route “links” am See entlang gefunden. Allerdings geht der Radweg da immer zwischen Bundesstraße und See entlang und von vielen Autofahrten kenne ich diese Strecke zu genüge. Ich habe daher beschlossen, den Weg auf der anderen Seeseite zu nehmen und würde das auch immer wieder empfehlen. Der Radweg dort ist perfekt ausgebaut und verläuft sehr schön am See entlang. Die Straße ist nur minimal befahren und zu 90% sieht man diese gar nicht.







Da es keine Steigungen mehr gibt, komme ich am Reschensee gut voran und sobald man das See-Ende erreicht hat geht es nur noch Bergab. Die restlichen Kilometer bis Schlanders kann man im Prinzip rollen. Der Radweg ist hier vorbildlich. Breiter Weg, der nur für Radfahrer und Spaziergänger da ist. So kann ich die Landschaft genießen und den Blick schweifen lassen.
Bei bestem Wetter komme ich an meinem Hotel an und kann das Rad im Radkeller verstauen. Es bleibt vor dem Abendessen noch genügend Zeit für eine Runde im Pool und einem Getränk an der Bar.




Dieser Stopp war eigentlich unnötig. Von Schlanders bis Meran hätte ich noch gut fahren können (glaub ich hatte schon erwähnt, dass ich bei der Etappenplanung etwas pessimistisch war…). So gönne ich mir ein gutes Abendessen und kann den nächsten Tag sehr entspannt angehen.










